Wort/Unwort des Jahres 2012

Das Unwort des Jahres 2012 lautet „Opfer-Abo“ und wurde von Wettervogel Jörg Kachelmann in einem Spiegel-Interview im Herbst geprägt. Er war der Ansicht, dass Frauen sowieso ein Opferabo hätten, also ungestraft falsche Beschuldigungen erheben könnten. Die unabhängige Jury hatte unter anderem noch  „Pleitegriechen“ und „Lebensleistungsrente“ in der engeren Auswahl.

Fast zeitgleich hat die Deutsche Gesellschaft für Sprache das Wort des Jahres 2012 bekannt gegeben: „Rettungsroutine“. Hier geht es um die Stabilisierungsmaßnahmen, die im letzten Jahr angesichts der problematischen Wirtschaftslage in Europa immer und immer wieder verabschiedet wurden.

Da fragt sich die Dolmetscherin, wie sie mit derartigen Begriffen umgeht, wenn sie uns in der Kabine anfliegen. Bei der nächsten Konferenz, während der nächsten Präsentation könnte der Redner diese Worte/Unworte einflechten… Also lege ich mir jetzt schon passende schöne Lösungen in meinen Sprachen parat – allzeit bereit!

Übrigens, in den USA wurde das Unwort des Jahres unmittelbar nach dem Jahreswechsel bekanntgegeben: „fiscal cliff“. Das ist einfach, den Begriff verwenden wir so im Deutschen auch.

Gerade habe ich Google Translator, den Star der automatisierten Übersetzung,  geöffnet und „fiscal cliff“ eingegeben. Die geniale Übersetzung lautet: „Geschäftsjahr Klippe“. Und das, obwohl bei Google die Suche nach fiscal cliff 872.000.000, und nach fiscal cliff deutsch 2.000.000 Treffer erzielt, der Begriff bei Google also schon das eine oder andere Mal vorgekommen ist…

Alles klar – Mensch schlägt Maschine!

 

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