Dies ist zur Abwechslung keine Dolmetschkabine

Vor einiger Zeit fand in Berlin eine Großveranstaltung statt, die von medialer Bedeutung war. Es war für die Dolmetscherin sehr interessant, die kleinen Boxen der News-Sender zu sehen, wo auf engstem Raum gearbeitet wurde. Später am Tag, im Fernsehen, sah das Umfeld ganz anders, ja viel imposanter aus….

Gegenüber unserer Dolmetschkabine stand…ja, eigentlich noch eine Dolmetschkabine, oder nicht? Oder doch? Fest stand, es handelte sich um die bei uns Dolmetschern wohlbekannte Audiopack-Kabine. Sie ist schalldicht, entspricht der ISO-Norm 4043 und hat die Maße 1,6m x 1,6mx2m. Sie ist gedacht und gemacht für das Simultandolmetschen. Allerdings stellten sich der Dolmetscherin sofort mehrere Fragen:

Warum zeigen die verglasten Flächen Richtung Betonwand?

Dolmetschen gegen die Wand!? - Driving interpreters up the wall!?

 

 

 

 

 

 

Warum ist die Kabine nicht durchgängig besetzt?

 

Wofür ist das ungewöhnliche Equipment in der Kabine gedacht?

Seltsam - Strange
Lauter interessante Gerätschaften – aber bis auf den Computer stimmt hier gar nichts? – Interesting equipment – but apart from the computer everything is wrong…

 

Nach Befragen der die Kabine bewachenden bzw. betreuenden Techniker klärte sich die Sache auf. Aufgrund des hohen Geräuschpegels im Saal (mehrere hundert lautstark diskutierende Parteimitglieder und Saalbeschallung über Lautsprecher) hatte die ARD beschlossen, für Interviews der angeschlossenen Radiosender die schalldichten Kabinen einzusetzen.

Flexibilität ist alles – so ist aus der Dolmetschkabine die Pool-Kabine geworden – Versed and versatile – so the interpreting booth became a pool-booth…

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass nicht nicht nur Dolmetscher, sonderen auch Dolmetschkabine flexibel sein müssen…und sind!

 

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